Die legendäre Burda-Piper

Seit 1969 MFC Lungau

1969 gründeten 5 Lungauer Modellflieger den 1. Lungauer Modellfliegerverein, nachdem sie schon jahrelang ihre selbst entworfenen und –gebauten Segler und Motormodelle auf abgemähten Bauernwiesen fliegen ließen und nun das Hobby gemeinsam ausüben wollten. Der jährliche Clubbeitrag betrug in diesem Jahr für Erwachsene S 180.- und für Jugendliche S 96,-. Vorerst wurde am Sportflugplatz in Mauterndorf mit dem Einvernehmen des Sportfliegerclubs geflogen. Mit Zunahme der Mitglieder wurde es zusehends schwieriger im Nebeneinander von Sportfliegern und Modellfliegern. Deshalb pachteten sie in Tweng im Lungau, am Fuße des Radstädter Tauern, einen Wiesenstreifen entlang der Taurach.

Einer der ersten Bewerbe

1972 wurde dann der „Modellflugclub Lungau“ nachfolgend an den 1. Modellfliegerverein wiedergegründet und im Jahr 1973 in Moosham im Lungau, unterhalb des Schlosses Moosham, eine Wiese gepachtet und zu einem Modellflugplatz ausgebaut. In einer Hütte, in der Heu gelagert wurde und noch heute zeitweise einem Mähdrescher als Garage dient, wurden 2 Räume als Clubhütte ausgebaut, weiters wurde die Zufahrt gesichert und hergerichtet. Eine Graslandebahn im Ausmaß von 150 mal 20 Meter und ein genügend großer Vorbereitungsraum wurden angelegt und der Kampf gegen die zahlreichen Maulwürfe aufgenommen. Bei der Hütte entstand ein Parkplatz und eine Brunnenanlage. Solarkollektoren für Licht und Ladestation wurden ebenfalls montiert.

Zahlreiche Besucher und Piloten

Nach anfänglichen Widerstand einiger Anrainer und der Jägerschaft (es befindet sich angrenzend an den Flugplatz ein landschaftsgeschützter Waldteil) wurde die Bewilligung für Modelle über 5 kg eingeholt und von der Behörde im Zweijahresrhythmus verhandelt. In diese Bewilligung wurden auch einige Wünsche der Gegner mit hinein genommen und die Skepsis gegen den Platz verschwand bis heute gänzlich. 1999, 30 Jahre nach der Gründung hat der MFC-Lungau 42 Mitglieder und ist in der Gemeinde Unternberg integriert. Die Nächtigungen der Modellflieger betragen nun ca. ¼ der Gesamtnächtigungen. Insbesondere wäre in diesem Fall die Initiative des Hermann Gfrerer, Wirt des „Gfererstadl“ in Unternberg hervorzuheben. Er ist schon lange Obmann des MFC und die Modellflieger haben beim ihm ein gemütliches Clubgasthaus und eine Anlaufstelle. Schon 1998 begannen die Vorbereitungen für das 30-Jahre-Jubiläum am 11. und 12. September 1999. Ein Festkomitee wurde gegründet und der Schriftführer versandte Berge von Briefen und Einladungen. Der Vorstand führte Gespräche mit den Großfliegern, Drachenflieger- und Paragleiterclub, die alle in unmittelbarer Nähe beheimatet sind. Unternberg im Lungau ist schließlich das Fliegerzentrum „inner Gebirg“.

Verpflegungszentrum

In der Woche vor dem Fest regnete es tagtäglich in Stömen und der Parkplatz, Vorbereitungsraum und die Piste standen zum Teil unter Wasser. Mit Bangen sah man dem Wochenende entgegen. Dann war es soweit. Die lange Regenfront wich und bei strahlendem Wetter konnten die Flugtage durchgeführt werden. 82 Schauflugpiloten hatten sich gemeldet. Eine Gruppe deutscher Flieger, alles schon Stammgäste des Platzes, war schon eine Woche vorher angereist. Am Samstag war freies Fliegen angesagt, weiters Lehrer-Schülerfliegen und am Abend fand im Festzelt eine Fliegerdisco statt. Beim Schaufliegen am Sonntag kamen ca. 2.500 Besucher, die schon am Vormittag zum Frühschoppen von der Trachtenmusikkapelle Unternberg begrüßt wurden. Während der großartigen Schauflug -Vorführungen landeten Drachenflieger und Paragleiter, die vom Großeck herunterflogen. Stark war auch die Präsenz der Großflieger. Tiefste Überflüge, Seglerschleppvorführungen und Landungen am Platz rissen die Besucher zu Begeisterungsstürmen hin. Angemerkt wird, daß der Modellflugplatz von den Großseglern nicht selten als Außenlandeplatz benützt wird. Den Abschluß des Schaufliegens bildete die Fuchsjagd, welche die Besucher immer wieder begeistert.

Obmann Hermann Gfrerer

Während des Flugtages wurden die Clubgründer besonders geehrt, weiters Personen, die für den Bestand des Platzes besonders wichtig und dem Club wohlgesinnt sind. Über das Jubiläum berichtete die heimische Presse sehr ausführlich und positiv mit Wort und Bild. Der TV-Sender „Salzburg TV“ brachte eine ca. 20 Minuten dauernde Sendung im Rahmen des „Hoagascht“ mit Bertl Göttl. Bei dieser Gelegenheit möchte der Obmann des MFC-Lungau allen danken, die am Zustandekommen des schönen Festes mit Arbeit und sonstiger Unterstützung oder als Besucher beigetragen haben. Das nächste Fest feiern wir 2004 - 35 Jahre MFC Lungau